18 September 2014

Peter Scholl-Latour - Der Fluch der bösen Tat. Das Scheitern des Westens im Orient

Ich streife gern durch Buchläden, schaue mir die Neuveröffentlichungen an, lese sogar ab und zu rein. Ich mag es sehr, Bücher in den Händen zu halten - es ist etwas sehr Vertrautes und wahnsinnig Schönes für mich. Jedoch muss ich zugeben, dass mich in den letzten Jahren kein Buch auf Anhieb angesprochen hat; schon gar nicht habe ich das Bedürfnis verspürt, ein Buch sofort kaufen und lesen zu müssen.
Als mir jedoch gestern bei meinem Streifzug das neue - und wahrscheinlich letzte - Buch von Peter Scholl-Latour aufgefallen ist, war es um mich geschehen. Allein der Klappentext war Grund genug, mir dieses Buch sofort kaufen zu müssen. Als jemand, der den Herrn Scholl-Latour schon sehr lange um seine Weitsicht bewundert, war es für mich wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk zu sehen, dass er seine Gedanken zu den Ereignissen im Orient und der Ukraine auf Papier festgehalten hat. Er vertritt nie die gängige, bequeme Meinung, sondern stellt wichtige Fragen und analysiert die Situation.

Seiten: 345
Preis: 24,99€


Worum geht es in dem Buch?
Konflikte auf dieser Welt sind sehr vielschichtig und kaum derart einfach, wie sie die Medien immer versuchen darzustellen. Der Autor war jahrelang Auslandskorrespondent und Journalist; er hat viele Jahre in Krisengebieten verbracht, mit Menschen gesprochen und versucht, den Standpunkt verschiedenster Fronten nachzuvollziehen. In diesem Buch geht er speziell auf die Krisen im Orient - unter anderem den Gaza-Krieg - und die Situation in der Ukraine ein. Er beleuchtet die Medienarbeit der Verlage und Sender, die uns eigentlich vielschichtig informieren sollten, und erklärt, wie Politiker Konflikte versuchen zu lösen zu deren Verständnis ihnen die Geduld und Intelligenz fehlt.

Wieso sollte man es lesen?
Weil eine andere Meinung als die generell vorherrschende sehr erfrischend sein kann. Mich hat das Buch sehr nachdenklich und zu einem Teil traurig gemacht; heute ist es wichtiger als je zuvor seine Augen nicht zu verschließen und dennoch tun wir das im großen Stil. Uns fehlt es an Verständnis für andere Religionen und Kulturen - aber vor allem fehlt es uns an gesundem Respekt genau diesen gegenüber. Aus diesem Buch habe ich viel mehr über den arabischen Frühling und dem System in Syrien gelernt, als ich es in den letzten Jahren in der ganzen öffentlichen Berichterstattung getan habe.

Ich habe dieses Buch in einer Nacht durchgelesen und kann es jedem nur weiter empfehlen. Eine Pflichtlektüre für jedermann, der über den Tellerrand hinaus schauen möchte.

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